Freitag, 21.12.

Habe ich doch gestern klargestellt, daß ich gar keinen so großen Wert aufs Verlieben mehr lege, auf dieses Herumgeworfen-Sein in Hirn und Bauch, auf Aufputschung bis zum Veitstanz und dann wieder dahinträumende Lähmung bis zur Tatenlosigkeit! Die für den Tatbestand des Verliebtseins erforderlichen und auch mir gut bekannten Schmetterlinge im Bauch spüre ich tatsächlich nicht.

Jedoch ein wohliges Hingezogen-Sein zu und breitbandiges Sehnen nach Dir. Der Unterschied zwischen diesen beiden Befindlichkeiten ist vielleicht vergleichbar mit dem eines Sprinters zu einem Langstreckenläufer.
Ha! Der Vergleich hat eine weitere Komponente: Seit vorgestern abend weiß ich, daß ich mich mit einer Hochleistungs-Sprinterin eingelassen habe. Bleibt zu hoffen, daß Du ausreichend Geduld für eine Mittelstrecklerin aufbringst.

Du bist ein Wahnsinnsweib! Es ist unglaublich, was Du aus mir herausholst und ich völlig frei von Erwartungs- und Leistungsdruck ausleben kann. Das Thema hatten wir ja bereits: tiefes Vertrauen. Umgekehrt genieße ich es sehr, Dich in völliger Losgelassenheit erleben zu dürfen, in Selbstvergessenheit, in Lust und kurz danach wieder in unendlicher Behutsamkeit. Mir hat es gestern ein paar Mal den Boden unter den Füßen weggezogen. Am nachhaltigsten, als Du Dich gerade zum Nachhausegehen anziehen wolltest, es Dir anders überlegtest und wir uns ein letztes Mal zahllosen zärtlichen, behutsamen und dennoch innigen Küssen hingaben: Hunger und Sättigung wuchsen zugleich, Da-Sein und Weg-Sein in einem. Ich dachte bei mir: Wenn sie jetzt aufhört, schreie ich! Oder nein: Ich werde um jeden weiteren Kuß betteln - und hätte wohl nicht im mindesten eine Erniedrigung meiner Selbst dabei empfunden. Du nimmst mir bisweilen den festen Grund unter den Fußsohlen und doch habe ich keinen Moment Sorge, zu straucheln oder gar zu stürzen - wie machst Du das nur?

Immer noch nehme ich Deinen Duft um mich herum wahr und streichle mit meinen Lippen an den Stellen an Dir entlang, an denen er am gewärtigsten ist: an Deinem Hals hin zum Ansatz Deiner Schultern und ich ertappe mich dabei, wie ich letztere - vom Augenschein bislang noch unbekannt - genüßlich streichle und küsse - versunken, abgetaucht. Eine Woche aushalten? Zumindest ich bin hier chancenlos! Du liegst in meine Armen, Liebes, von Wärme und Zärtlichkeit umhüllt und beschützt und streichle Dich in den Schlaf...
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